
Ich mag Walkers Chips. Die kleinen 25-Gramm-Tütchen runden den Aufenthalt in einem verrauchten Irish Pub ab. Ein Murphy’s Red, Kaminfeuer, Livemusik und dazu Salt-and-Vinegar-Chips. Herrlich, und willkommen in Irland! Walker kann aber noch spezieller, wie ein Mitbringsel aus England zeigt, das ich neulich bekam. Warum in die Ferne schweifen, wenn die German Bratwurst Chips schon da sind? Oder die mit holländischem Edam-Käse. Oder australischem BBQ. Oder japanischem Teriayki-Hühnchen. Ich frage mich immer, was denn da nun wirklich drin ist, denn ganz so wie die Packung es will, schmeckt der Inhalt seltenst. Nach Bratwurst jedenfalls nicht. Durchaus lecker ist das trotzdem. Also wenn man jemand von euch in England unterwegs ist…

Beim Rewe um die Ecke gibt es zur Zeit eine italienische Köstlichkeit, die ganz im Original auf italienisch gebrandet ist: Witor’s Bianco Cuore (weißes Herz). Die Pralinen mit Milch- und Cerealienfüllung (Mais- und Reismehl) erinnern geschmacklich am ehesten an Kinder Country. Geschmacklich dank der zurückhaltend verwendeten Cerealien knusprig und dabei süßer als Ferreros Gegenangebot in Riegelform. Enthält 48 Prozent Zucker und 31 Prozent Fett. Nette Pralinenalternative. Mi piace!

Bild: Zentis
Es war heiß an diesem Wochenende; hier in Bonn deutlich über 25 Grad. Abends schlenderte ich durch die Straßen, es wehte schon ein kühler Wind und dazu passte irgendwie ein Schokoriegel. Von Mars und Nestlé ist mir inzwischen fast alles bekannt. Wen gibt es eigentlich noch? Mein Blick fiel auf Belmanda von Zentis. Was sich geschickt als Schokoriegel tarnt, ist in Wahrheit nichts anderes als ein kleines Marzipanbrot. Liebhaber der Weihnachtskonfektion beklagen sich zuweilen über das Fehlen von Lebkuchen und Co. in den übrigen Jahreszeiten – was erklären dürfte, warum es erste Spekulatius und Dominosteine mittlerweile schon Anfang September zu kaufen gibt. Belmanda und sein Pendant Belnuga (mit Nougat im Kern) gibt es das ganze Jahr über. Ein Hauch von Weihnachten – mitten im Juni.

Bild: Lorenz
Vor rund einem Jahr haben wir schon einmal über Lorenz Country Chips geschrieben und waren durchaus angetan. Seitdem habe ich viele Gespräche in meinem Freundeskreis geführt, ob es möglich ist, gesunde Chips herzustellen. Gesund im Verständnis eines Ernährungsberaters sind Country Chips natürlich nicht. Aber am Morgen nach zu viel Knabbersnacks auf einer Party muss man bei ihnen zumindest kein ganz so schlechtes Gewissen haben. 20 Prozent Fett und 10 Prozent Zucker sind im Sinne einer gesunden Ernährung natürlich jeweils zu viel für den Körper. 55 Prozent Vollkornmehl (Weizen und Hafer) lassen hingegen aufhorchen. Überlassen wir den Streit besser den Ernährungswissenschaftlern und Medizinern und widmen uns in der Zwischenzeit dem Geschmack der Chipssorte Crème Fraiche. Die liegen überraschend mild auf der Zunge, und ihnen fehlt der typische Chips-Geschmack. Das ist durchaus positiv gemeint.

Bild: Chio
Das Bild spricht Bände: Meistens, wenn sich Snack-Hersteller Fernost widmen, kommt seichtes Zitronengras dabei heraus. “Extra Hot” heißt dann: bisschen milde Chili mit drin. Chio Wasabi Chips hielten bei mir tatsächlich ihr Versprechen: Es brennt in Rachen und Nase. Der japanische Feinschmecker wird wohl einen Unterschied zum Senfmeerrettich bemerken, der traditionell über einem Stück Hai-Leder abgerieben wird. Der Wasabi vom Sushi-Imbiss um die Ecke kann derweil auch nicht mehr. Nach ein paar Bissen der außerdem leicht süßen Wasabi-Chips, bei denen Chio auf künstliche Geschmacksverstärker und Farbstoffe verzichtet hat, steht der Gourmet am Scheideweg: Entweder nie wieder oder nie wieder etwas Anderes. Es lässt sich auf eine zwischenmenschliche Formel herunterbrechen: Wir lieben die, die uns weh tun.
Neulich im Foyer des Kinos stand die Wahl zwischen Popcorn und dieser interessanten Idee: Heiße, würzige Erdnüsse a la NicNac’s im Teigmantel. “Saharas” heißen sie passenderweise. Der dänische Anbieter Saharas International aus Aalborg vertreibt sie über Warmhalte-Automaten in Gaststätten, Theatern oder eben Kinos. Nette Idee, schön warm und durchaus pikant gewürzt. Für meinen Geschmack dürfte aber ruhig etwas weniger Salz rein…

Bild: Saharas International Ltd.
Rosinen in Süßigkeiten sind eine Gratwanderung. Genauso viele Menschen lieben wie hassen die zähsüße Trockenfrucht. Comic-Held Garfield fragte einst seine Leser rhetorisch: “Könntet ihr auf den ersten Blick ein Schokoladenplätzchen von einem Rosinenplätzchen unterschieden?” Die Antwort gab er selbst, indem er den Keks in hohem Bogen wegschleuderte: “Ich auch nicht.” Ich teile Garfields Einstellung in dieser Debatte und bin mit Alpia Fruties dennoch nicht unzufrieden. 44 Prozent Rosinen, 56 Prozent Schokolade – das scheint die optimale Mischung zu sein dafür, dass es süß aber trotzdem kaum nach Rosinen schmeckt. Damit können sogar Rosinen-Verweigerer leben. Unser Foto der Verpackung erweitert schön das Alpia-Bergpanorama. Schaut’s her:


Ein typischer Dialog, wenn es um diese braun-goldene Verpackung geht:
“Sieht interessant aus. Irgendwie anders.”
“Und was macht man damit?”
“Ausprobieren?”
“Also ich trau mich nicht.”
“Ich mich auch nicht.”
“Wer weiß denn, ob das überhaupt schmeckt?”
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Zurück zum Ursprung: Haribo hat für seine recht jungen Fruchtgummis der Marke Fruity-Bussi auf künstliche Farbstoffe verzichtet. Interessant ist zu lesen, womit der Bonner Hersteller die Gummiwelt farbig macht: Unter anderem mit Färberdistel (gelb), Karotte (orange), Hibiskus (rosa) und – jetzt haltet euch fest – Brennnessel und Spinat für ein kräftiges Grün. Ein wenig Angstschweiß breitet sich bei der Deklaration “stark tocopherolhaltige Extrakte” als Antioxidationsmittel aus. Dies entpuppt sich allerdings als harmloses Vitamin E. Geschmacklich? Tatsächlich ein wenig fruchtig, süß und irgendwie erfrischend.

Nestlé hat bei Schokoriegeln inzwischen einen guten Stand erreicht. Mars bedient den Massenmarkt; Nestlé eher die Nische. Mit KitKat (Chunky), Lion und Nuts braucht sich der größte Lebensmittelkonzern der Welt aber nicht zu verstecken. Doch verstecken, das ist es, was Nestlé mit einem Riegel namens Snack Peanut macht. Ich fand ihn kürzlich zufällig am Kiosk meines Vertrauens, und auch da fällt er unter der bildfüllenden Konkurrenz aus eigenem und fremden Hause kaum auf.

Nicht einmal auf der Website von Nestlé ist er zu finden. Bei Google findet man immerhin Angebote einiger Süßwarenversender. Das wunderte mich ein wenig, denn so mies ist der Riegel jetzt nicht. Lockere Kombination aus Schokolade, Erdnussstückchen, Erdnussbutter, Reiscrispies und Waffeln. Der Fokus scheint auf Erdnüssen zu liegen. Wem Nuts zu haselnussig ist, der macht mit Snack Peanut nichts falsch. Im Kiosk-Regal taucht er meist neben einem gewissen Snack Cocos auf. Man muss nur genau hinschauen, bis man einen von beiden entdeckt hat.